Prüfe, ob deine Miete zu hoch ist und informiert euch gegenseitig im Haus über die vorherigen Mietpreise.
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Die von der großen Koalition eingeführte Mietbremse wirkt aufgrund  vermieterfreundlicher Ausnahmeregelungen nicht richtig. Wir Grüne fordern daher schon seit langem eine Verschärfung ihrer Regelungen. Dennoch solltet Ihr die vorhandenen Möglichkeiten nutzen. Denn wenn eine Wohnung neu vermietet wird, darf die Miete nur begrenzt steigen. Sie darf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Alle zwei Jahre wird der Berliner Mietspiegel herausgegeben, in dem die ortsüblichen Vergleichsmieten stehen. Ausnahmen sind: die Wohnung wurde umfassend modernisiert (d.h. ihr Zustand ist wie bei einem Neubau) und/oder die Miete war schon vorher höher als der Mietspiegel, dann gilt weiterhin die (günstigere) Miete eures Vormieters.

Wenn Vermieter*innen dagegen verstoßen, können betroffene Mieter*innen dies qualifiziert rügen, um die Miete zu senken. Das heißt, sie müssen in einem Schreiben darlegen, welche Vergleichsmiete gilt und welche maximale Miete entsprechend möglich ist. Erst ab diesem Zeitpunkt wirkt die Mietpreisbremse.

In der Vergangenheit haben bisher erst wenige Mieter*innen diese Möglichkeit genutzt. Dabei gibt es Fälle, in denen die Mieten um bis zu 3 Euro pro Quadratmeter gesenkt wurden. Dies hat mehrere Gründe: Noch immer wissen zu wenige Menschen von der Mietpreisbremse; es fehlen oft Netzwerke zwischen Mieter*innen des gleichen Wohnhauses etablieren, um sich bei Auszug und Einzug gegenseitig über vorherige Mietverträge zu informieren; Mieter*innen dürfen nicht aus Sorge, sofort nach ihrem Einzug die/den Vermieter*in zu ärgern, die Füße still halten. Vor allem auch, weil es nicht nur um ihre Miethöhe geht, sondern um die des Kiezes.

Es müssen sich Netzwerke zwischen Mieter*innen des gleichen Wohnhauses etablieren, um sich bei Auszug und Einzug gegenseitig über die vorherigen Mietpreise zu informieren; Mieter*innen dürfen nicht aus Sorge, sofort nach ihrem Einzug die/den Vermieter*in zu ärgern, die Füße stillhalten. Vor allem auch, weil es nicht nur um ihre Miethöhe geht, sondern um die des Kiezes.

Nutzt die Mietpreisbremse! Wenn ihr auszieht, gebt eine Kopie eures Mietvertrages an die Nachbar*innen! Oder, wenn ihr jemanden ausziehen seht, fragt, ob ihr den Mietvertrag fotografieren dürft und gebt das Foto den Nachmieter*innen! Um die Mietrpreisbremse zu nutzen müssen die neuen Mieter*innen die Miete der Vormieter*innen nachweisen. Fotografiert deshalb den Mietvertrag und die letze Mieterhöhungserklärung.

Nach dem Kabinettsbeschluss der Bundesregierung soll der Vermieter die Höhe der Miete des Vormieters nachweisen. Ob und wie er dieses tun wird, bleibt abzuwarten. Da die Anforderungen an die Rüge vereinfacht werden sollen, sollten die Neumieter aktiv werden, ihre zu hohe Miete zu rügen.

In fünf Schritten zur günstigeren Miete. Weitere Infos und eine praktische Anleitung zur Mietpreisbremse findet ihr hier.

Der Berliner Mieterverein stellt auf seiner Website ein Musterschreiben für eine Rüge bereit: